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Das BMWK - der Branchenbericht 2024 - Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland


Das BMWK hat für den Branchenbericht 2024 erstmalig Prognos beauftragt. Er setzt die bisherigen Berichte über den Stand und die Perspektiven der Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland fort.
Erholungseffekt: Die Branche wächst wieder

Architektur, Musik, Werbung oder Software/Games: Die KKW ist vielfältig und zukunftsrelevant. Darüber hinaus ist die Branche im stetigen Wandel.

Der Monitoringbericht 2024 zeigt: Die Branche wächst wieder. Steigende Umsätze und mehr Beschäftigte belegen den Erholungseffekt nach der Corona-Pandemie in fast allen Teilmärkten. Auch die publikumsstarken Bereiche Musik und Darstellende Künste, die die Pandemie hart traf, haben sich deutlich erholt. Das zeigen folgende Zahlen:

- Rund 2 Millionen Erwerbstätige waren 2023 in der KKW beschäftigt. Das sind rund 130.000 Erwerbstätige mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019.

- Das kontinuierliche Wachstum der KKW-Erwerbstätigen bis 2019, welches durch die Corona-Pandemie 2020 und 2021 nahezu zum Erliegen kam, konnte in den Jahren 2022 und 2023 wieder deutlich an Fahrt aufnehmen.

- Das stärkste Wachstum 2023 gegenüber 2019 verzeichnete der Teilmarkt Software/Games mit einem Anstieg der Erwerbstätigenzahl von 25 Prozent.

- Auch die Umsätze der KKW zeigen eine sehr positive Entwicklung. Betrugen die Umsätze der KKW im Krisenjahr 2020 noch 167,3 Mrd. Euro, erreichten die Unternehmen der KKW 2023 einen Umsatz von 204,6 Mrd. Euro – ein neuer Rekord.

- Der Teilmarkt Software/Games wächst am stärksten und verzeichnet 2023 ein Umsatzplus von 43 Prozent im Vergleich zu 2019. Besonders der Digitalisierungsschub der letzten Jahre treibt diesen Erfolg an.
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Umsatzzahlen und Prognosen der Kultur- und Kreativwirtschaft ab 2019 - 2021 in Deutschland


Der Bund mit seinem Kompetenzzentrum der Kultur-und Kreativwirtschaft hat ein neues Themendossier zur Betroffenheit und damit eine Szenario-Analyse für 2021 veröffentlicht: Die Kultur-und Kreativwirtschaft in Deutschland muss im Jahr 2021 mit Umsatzeinbußen zwischen 21 Mrd. Euro und 31 Mrd. Euro rechnen. Damit wird sie in ihrer Umsatzentwicklung um mindestens 6 Jahre zurückgeworfen. In drei Szenarien wird die Betroffenheit der Kultur-und Kreativwirtschaft im Falle eines kurzen, langen oder zweifachen Lockdowns erstmals ausführlich für 2021 prognostiziert.

Aus heutiger Sicht ist für die Kultur-und Kreativwirtschaft mit einem langen Lockdown bis Ende Mai und Juni zu rechnen. Die wirtschaftlichen Einschränkungen für viele Teilmärkte der Branche werden jedoch noch weitaus länger bestehen bleiben. Eine Erholung wird sich erst sukzessive mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft abzeichnen. Die aktuell vorliegenden Zahlen machen deutlich, dass die Kultur-und Kreativwirtschaft auch 2021 und darüber hinaus vor extremen Herausforderungen steht. Die Prognose des Kompetenzzentrums zeigt, dass die Branche auch in diesem Jahr mit hohen Umsatzeinbußen rechnen muss und auch nach Beendigung von Kontaktbeschränkungen nur schrittweise in den wirtschaftlichen Betrieb zurückkehren kann.

Der Umsatz von insgesamt rund 173 Milliarden Euro im Jahr 2019 musste die gesamte Branche der Kultur-und Kreativwirtschaft in Deutschland bereits 2020 einen Umsatzeinbruch von ca. 22,4 Milliarden Euro hinnehmen.

Besonders betroffen durch die Corona-Pandemie zeigt sich insbesondere in den Teilmärkten Darstellende Kunst, Film sowie dem Kunstmarkt. Diese fallen sogar auf ein Umsatzniveau von vor 2003 zurück. Die niedrigsten Umsatzeinbußen sind im Vergleich in der Software-und Games-Industrie zu verzeichnen, der Teilmarkt fällt in 2020 auf das Umsatzniveau des Vorjahres 2019 zurück. Mit einem Anteil von fast 26 Prozent am Gesamtumsatz der Kultur-und Kreativwirtschaft überdeckt der Teilmarkt die gravierenden Umsatzrückfälle anderer Teilbranchen.

Trotz aller Schwierigkeiten zeigt die Branche aber auch ihr Innovationspotenzial: An vielen Stellen wurde auch im vergangenen Jahr deutlich, dass die Gestaltung von Transformationsprozessen ein integraler Bestandteil der Kultur-und Kreativwirtschaft ist. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen wurden in vielen Bereichen neue, oft digitale Geschäftsmodelle entwickelt, die auch post Corona neue Möglichkeiten für andere Wirtschafts-und Gesellschaftsbereiche aufzeigen.
Siehe alle Zahlen im Monitoringbericht 2020 der Bundesregierung Info-Download 1
22.02.2021
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FAIRKULTUR 2018, Ort einer neuen Kultur des Wirtschaftens


In der Genossenschaft FAIRKULTUR wird die Kulturwirtschaft vom Standort einer Solidargemeinschaft auch als "Alternative Wirtschaft" gedacht.

Kunst- und Kulturarbeit spielt als Wirtschafts- und Wertefaktor in der Gesellschaft eine zunehmend wichtigere Rolle. Das betrifft die wachsenden Umsätze in der Kultur- und Kreativwirtschaft, die zurzeit die Umsätze der Chemiebranche übertreffen. Aber auch die Bedeutung in der omnipräsenten Digitalwirtschaft wächst, die ohne künstlerische und kulturelle Inhalte, wie Filme, Fotos, Audio und Texte, zu mangelnder Akzeptanz des Nutzers bei Handy, Computer, Smart-TV usw. führen würde.

Im Kunst- und Kulturbereich werden viele Stunden Arbeit unentgeltlich geleistet. Diese geleisteten Stunden sind aber nicht Bestandteil der offiziellen Wertschöpfung unseres Landes. Sie tauchen in keiner Statistik der Volkswirtschaft auf, obwohl die kulturellen Werte als zivilisatorisches Fundament der Republik gelten.

Wenn aber von den Werteschaffenden, hierzu gehören insbesondere KünstlerInnen, Kulturschaffende, aber auch ihre Angehörigen, es von der Gesellschaft als selbstverständlich erachtet wird, unentgeltlich zu arbeiten, müsste dazu auch eine entsprechende Wirtschafts- und Sozialpolitik betrieben werden. Diese sollte den Protagonisten gerecht werden, um sie nicht in ein Prekäriat entlassen zu müssen.

Die Kulturwirtschaft, ist wahrscheinlich die einzige Branche, die ihre vom Grundgesetz verbriefte "Freiheit des Denkens" auch auf die Theoriebildung der Ökonomie anwenden wird, um somit die mit der Theorie verbundenen Wirtschaftsgesetze und Politik mitzugestalten. Dies wird der Kulturwirtschaft aber im politischen Raum nur gelingen, wenn ihr auch eine entsprechende ökonomische / statistische Potenz zugesprochen wird. Nur dann werden sich auch die existenziellen Rahmenbedingungen für Kunst- und Kulturschaffende und Kreative so verbessern - dass sie davon leben können.

Gerade hier die freie denkende Kraft nutzend, sollte sich die Branche nicht alleine dem Mainstream der Wirtschaftswissenschaften unterwerfen. In der der Mensch primär als Nutzenmaximierer und Homo oeconomicus verstanden und reduziert wird. Dieses Selbstverständnis schafft einen Ökonomiebegriff, in der der Kunst- und Kulturschaffende nicht vorkommt. Denn Kunst, Kulturschaffende und Kreative würden ihre Freiheit verlieren, wenn nur der Nutzen im Vordergrund stünde, damit entzöge er sich seiner eigenen Existenz- und Arbeitsgrundlage.

Somit muss eine Ökonomie gedacht werden, in der sich die KünstlerInnen, Kulturschaffende und Kreative wiederfinden, in der der Mensch, Humanität und Umwelt/Natur im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Denkens stehen.

Wirtschaftstheorien und Wirtschaftsgesetze bedingen sich gegenseitig. Neue Wege und Alternativen könnte eine "Plurale Ökonomik" bieten, die andere / weitere Theoriebildungen zulassen oder entwickeln.

Eine ernstzunehmende Kulturwirtschaft, sei es als Theorie oder Branche, wird den "Pluralen Ansatz" als Weg wählen, um eine Abbildung seiner Realität zu ermöglichen, die in dem großen Konzert der Allgemeinwirtschaft zurzeit untergeht.

Noch ist der Begriff der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Politik der Branche aufgenötigt worden und dem wirtschaftswissenschaftlichen Mainstream unterworfen. Die meisten Protagonisten können damit nichts anfangen - das zeigt die langjährige Erfahrung. Was aber verkannt wird, ist, dass diese Branche das (kreative) Zeug dazu hat, eine ihm originäre Kulturwirtschaft mit eigenen Inhalten zu füllen, was zu neuen Theoriebildungen in den Wirtschaftswissenschaften führen wird und damit auch von den eigenen Protagonisten angenommen werden kann.

"Die genuine Idee... jetzt nicht nur aus der Ökonomie sondern aus der Philosophie kommend ist, dass der Mensch die Fähigkeit zur kreativen Selbstgestaltung hat, ...es ist nicht eine Wahlfreiheit, sondern eine genuine Gestaltungsfähigkeit des gesamten individuellen und sozialen Kontexts, aus dem Alternativen überhaupt hervorgehen können."
Zitat der neu gegründeten Cusanus Hochschule für Philosophie und Wirtschaftswissenschaften in Bernkastel-Kues.

Eine solche Selbstgestaltung im sozialen Kontext, findet im Rahmen einer Solidargegemeinschaft wie der Genossenschaft statt. In ihr werden alle erforderlichen Akteure des kreativen Denkens für Projekte, Weiterbildungen, Veranstaltungen / Bewegungen aus dem gesamtem Gesellschaftsbereich zusammengeführt und beginnen im Kontext der gesellschaftlichen Wirklichkeit ihre Vorhaben umzusetzen. Die später unser aller Zukunft sein werden.

FAIRKULTUR ist ein gegenwartsbezogener, konkreter Kreativprozess der verändert und NEUES möglich macht.

Somit geht es Fairkultur nicht nur um Produktion, sondern (auch) um Konstruktion in Gesellschaft.

Jeder kann hierbei mitkonstruieren - auch du...

Februar 2018